Jetty
für Bauxite-Transshipment, Guyana
 |
 |
|
|
Auftraggeber:
Egon Oldendorff oHG, Lübeck
Bauvolumen:
ca. 1,5 Mio. €
Leistungsumfang:
Gesamtplanung inkl. Bauüberwachung
Zeitraum:
2006 bis 2007
|
|
Der Rohstoff Bauxit zählt für Guyana
(nördliches Südamerika) zu den wichtigsten Exportgütern.
Im Landesinneren wird Bauxit im Tagebau gewonnen und mittels Schuten
im Schleppverband über die größeren Regenwaldflüsse
zur Küste transportiert und dort in Massengutschiffe umgeladen.
Oldendorff Carriers übernimmt seit Beginn 2007 den Transport
auf dem Berbice-River und benötigt dafür Liegeplätze
für 12 volle Schuten im Mündungsgebiet des Berbice-Rivers.
Üblicherweise zur Verankerung benutzte Bojen konnten aus Platzgründen
durch die nahe gelegene Berbice-Floating-Bridge nicht eingesetzt
werden. Stattdessen sollte eine Jetty neben der Hauptfahrrinne,
ca. 400 m vom Ufer entfernt, erstellt werden.
Sellhorn wurde beauftragt, diese Konstruktion zu entwerfen und gemeinsam
mit einem örtlichen Bauunternehmen zu erstellen. Das gesamte
Projekt, beginnend mit der Grundlagenermittlung, musste innerhalb
eines Jahres geplant, ausgeschrieben und realisiert werden.
Anhand der Vorerkundungen im April 2006 bezüglich Baugrund,
vorhandener Baustoffe und Bauverfahren wurde entschieden, lokal
in ausreichender Menge vorhandenes, sehr hartes Tropenholz (Greenheart)
als sehr dauerhaftes Baumaterial zu nutzen. Als Konstruktion war
eine Jetty mit gerammten Pfählen und einer Fenderung aus Flugzeugreifen
vorgesehen.
Da eine Durchführung von Baugrunderkundungen mit Bohrungen
und Drucksondierungen teuer und zeitaufwändig wäre, wurden
im Juni 2006 deutlich kostengünstigere Proberammungen durchgeführt.
Nach Rammung wurde die horizontale Tragfähigkeit bis zum Bruch
sowie das Verformungsverhalten im Versuch ermittelt. Durch eine
Rückrechnung mittels p-y-Kurven konnten die Bodenparameter
für die oberen, relevanten Schichten bestimmt werden. Im weiteren
wurden Gespräche mit lokalen Baufirmen geführt, um anhand
vorhandener Erfahrungen potentielle Anbieter zu ermitteln.
Die Planung vom Entwurf bis zur Erstellung der kompletten Ausschreibungs-
und Vertragsunterlagen inkl. Erstellung der Ausführungszeichnungen
erfolgte bis September 2006. Parallel dazu mussten bereits Materialien
aus Europa sowie Greenheart-Pfähle in Guyana geordert werden.
Die Bauarbeiten erfolgten vom Oktober 2006 bis April 2007. Die von
Sellhorn gestellte Bauüberwachung vor Ort fungierte ebenfalls
als technische Beratung für die Baufirma (lokales Sägewerk).
Die Jetty ist ca. 300 m lang und weist damit eine Gesamtliegeplatzlänge
von ca. 600 m auf. Hauptbestandteil sind ca. 20 m lange Greenheart-Pfähle,
die in zwei Reihen mit einem Abstand von 8 m gerammt und durch ein
horizontales Fachwerk verbunden sind. Durch das Fachwerk können
Kräfte aus Anlegen oder Pollerkräfte auf benachbarte Pfähle
verteilt werden. Vor den Pfählen wurden Schwimmstege angeordnet,
so dass ein einfaches Festmachen bei jedem Wasserstand ohne Nachjustieren
der Festmacheseile möglich ist (Tidenhub ca. 3,50 m). Die Jetty
wurde für eine Anlegeenergie von 125 kNm (ungünstigste
Stelle) ausgelegt.
|