Ertüchtigung der Kaimauer Ericusspitze

Ertüchtigung der Kaimauer Ericusspitze
Ansicht vorhandene Kaimauer
Auftraggeber:
HafenCity Hamburg GmbH, Hamburg

Bauvolumen:
ca. 5,0 Mio. €

Leistungsumfang:
Variantenuntersuchung, Ausschreibung, Ausführungsstatik, Bauüberwachung

Zeitraum:
2007 - 2008

Die Ericusspitze im Hamburger Hafen zählt zu den markantesten Punkten im Osten der neuen HafenCity mit einem bedeutsamen historischen Hintergrund. Auf dem Gelände der Ericusspitze wurde 1611 die Bastion Ericus als Teil der Stadtmauer errichtet. Ab 1885 erfolgte dann die Errichtung einer Kaimauer für den Treibstoffumschlag, die 1907 erhöht und im Laufe der Jahre in kleinerem Umfang teilsaniert und verändert wurde.

Das Gelände der Ericusspitze soll in Zukunft vom Spiegelverlag als Firmensitz genutzt werden, so dass die alte Kaimauer saniert und ertüchtigt werden muss. Um die zukünftigen Nutzungsanforderungen zu erfüllen, wurde die Sellhorn Ingenieurgesellschaft beauftragt, eine Variantenuntersuchung für mögliche Ertüchtigungsmaßnahmen durchzuführen. Im Anschluss erfolgte die Auswahl einer Variante mit Fortführung der Planung bis zur Ausschreibung sowie Erstellung der Ausführungsstatik. Nach Auftragsvergabe an eine Baufirma erfolgt dann die Bauüberwachung durch Sellhorn.

Die Kaimauer weist eine Länge von ca. 312 m auf und besteht aus einer ca. 5,75 m hohen Schwergewichtsmauer (Mauerwerk und Beton), die wiederum auf Holzpfählen tief gegründet ist. Zur Begutachtung und Klärung der genauen Geometrie wurden während der Variantenuntersuchung Schürfe hinter der Kaimauer durchgeführt. Eine erste Nachrechnung der Wand ergab eine unzureichende Standsicherheit, insbesondere auf Grund der hohen Wasserdruckansätze nach neuer Normung. Erst bei Reduzierung der Lastansätze sowie Rechnung mit Mittelwerten der Bodenparameter war die Standsicherheit gerade gegeben. Aufgetretene bleibende Verformungen und Schadensbilder der Kaimauer konnten mit dieser Rechnung grundlegend nachvollzogen werden.

Die Ertüchtigung der Kaimauer sieht eine Rückverankerung mittels GEWI-Pfählen und Stahlbetongurtung vor. Aus architektonisch-historischen Gründen werden im Rahmen der Stahlbeton- und Mauerwerksarbeiten einschließlich Risssanierungen Reibepfähle und Schutenhalter angeordnet. Die Planungen waren dabei von Beginn an mit den Genehmigungsbehörden, dem Prüfstatiker, dem Denkmalschutz, dem Helms-Museum und nicht zuletzt mit den Planern des Spiegelgebäudes detailliert abzustimmen.




Sellhorn Ingenieurgesellschaft mbH
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