Schutzbauwerk Elbtunnel, Hamburg

Stelzenponton im Einsatz
Auftraggeber:
Baubehörde Freie und Hansestadt Hamburg

Bauvolumen:
ca. 10 Mio €

Leistungsumfang:
Entwurf, Ausschreibung, Tragwerksplanung,
Bauüberwachung

Planungszeitraum:
2000 - 2001

Zusammenarbeit:
keine

Der Elbtunnel der BAB A7 kreuzt als Senkkastenkonstruktion im Bereich zwischen Hamburg-Waltershof und Hamburg-Othmarschen die Fahrrinne der Elbe. Aufgrund der mit der Fahrrinnenanpassung der Unter- und Außenelbe an die Containerschifffahrt (Vertiefung der Sohle auf NN –16,70m) verbundenen Verringerung der Tunnelüberdeckung gegenüber dem planmäßigem Zustand (Sohle auf NN –14,90m), dem künftig sich entwickelnden Schiffsverkehr und der Sorge um den Sicherheitsstandard des Tunnels, wurde die neue Situation unter dem Aspekt heutiger Sicherheitskriterien untersucht.

Es zeigte sich, dass Schutzmaßnahmen für den Elbtunnel anzuordnen sind, um auch nach der Fahrrinnenanpassung in Katastrophensituationen (z. B. Notankerwürfe) die notwendige Sicherheit des Tunnels zu gewährleisten.

Als unzulässiges Hauptgefährdungspotential wurde die Beschädigung der Tunnelelemente durch schleppende Anker identifiziert. Bei den Verhältnissen nach der Fahrrinnenanpassung könnten sich geschleppte Anker bei Auftreffen auf den Tunnel an der oberen Ecke verhaken und so die Stahlbetonelemente sowie die Fugenabdichtungen zerstören.

Von Februar bis November 2001 wurde im Bereich des Fahrwassers der Elbe ein Schutzbauwerk hergestellt. Es hat Grundrissabmessungen von 660 m x 45 m und besteht aus:

  • 6 m langen Spundwänden beidseitig der abgesenkten Tunnelelemente
  • horizontalen Fugenabdeckungen aus Stahl zwischen den Tunnelelementen
  • Sohlensicherung als lagenweise zwischen den Spundwänden eingebrachte Steinschüttung, größtenteils verklammert, die als lagestabile Überdeckung einen weiteren Schutz gegen ausgebrachte Anker unmittelbar oberhalb des Elbtunnels bietet.

Neben dem Entwurf, der Tragwerksplanung und der Ausschreibung wurde auch die Mitwirkung bei der Vergabe und die örtliche Bauüberwachung von Sellhorn übernommen.

Die besonderen Herausforderungen aus wasserbaulicher Sicht ergaben sich bei diesem Projekt durch die Hubinselarbeiten bei starken Tideströmungen und großer Wassertiefe in der Elbe, wie

  • Präzisionsrammungen einschl. Einfädeln in die Spundwandschlösser in 20 m Wassertiefe bei Tideströmungen über 1m/s
  • Ausbildung einer verklammerten Sohlensicherung aus Wasserbausteinen, ausgelegt für Strömungsbelastungen von über 10m/s in 20 m Wassertiefe.




Sellhorn Ingenieurgesellschaft mbH
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